kab | Betriebssicherheitspraxis.de - 23.11.2015

Die Dokumentationspflicht der Gefährdungsbeurteilung gilt für alle Betriebe. Um die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung in der Praxis systematisch dokumentieren zu können, ist eine strukturierte Vorgehensweise erforderlich.

Pflicht zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung

Die Pflicht zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung ergibt sich aus § 5 ArbSchG und § 3 BetrSichV. Demnach hat der Arbeitgeber die mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen der Beschäftigten zu beurteilen.

Pflicht zur Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung

Die Pflicht zur Dokumentation der Ergebnisse sowie der festgelegten Maßnahmen und Ergebnisse der Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung ergeben sich aus § 6 Abs. 1 ArbSchG und in Bezug auf die sichere Verwendung von Arbeitsmitteln aus § 3 Abs. 8 BetrSichV.

Anforderungen an die Dokumentation

Mit der Neufassung der Betriebssicherheitsverordnung wurden in § 3 Abs. 8 BetrSichV die Anforderungen an der Gefährdungsbeurteilung erweitert und präzisiert. Dabei sind mindestens anzugeben:

  • die Gefährdungen, die bei der Verwendung der Arbeitsmittel auftreten,
  • die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen,
  • wie die Anforderungen dieser Verordnung eingehalten werden, wenn von den nach § 21 Absatz 4 Nummer 1 BetrSichV bekannt gegebenen Regeln und Erkenntnissen abgewichen wird,
  • Art und Umfang der erforderlichen Prüfungen sowie die Fristen der wiederkehrenden Prüfungen gem. § 3 Absatz 6 Satz 1 BetrSichV)
  • das Ergebnis der Überprüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen nach § 4 Absatz 5 BetrSichV

Aufbau und Struktur der Gefährdungsbeurteilung

Wie eine Dokumentation letztendlich auszusehen hat, darüber werden in den genannten Vorschriften keine Vorgaben gemacht.

Da die Gefährdungsbeurteilung aber u. a. die

  • Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung,
  • Festlegung von Schutzmaßnahmen und Verteilung von Aufgaben zur Umsetzung,
  • Anfertigung von Betriebsanweisungen,
  • Information des Unternehmers und der betrieblichen Vorgesetzten,
  • Information der zuständigen Aufsichtsbehörden bezüglich der Erfüllung der Arbeitsschutzpflichten und
  • Festlegung von Art und Umfang und vor allem von Fristen für Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen

ermöglichen soll, wird deutlich, dass diese Maßnahmen nur durch eine vernünftige und gut strukturierte Dokumentation erfüllt, mindestens aber erheblich erleichtert werden kann.

Pflicht zur Überprüfung und Aktualisierung der Dokumentation

Gem. § 3 Abs. 7 BetrSichV ist die Gefährdungsbeurteilung regelmäßig zu überprüfen. Soweit erforderlich, sind die Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Arbeitsmitteln entsprechend anzupassen und die Gefährdungsbeurteilung in den in § 3 Abs. 7 BetrSichV genannten Gründen unverzüglich zu aktualisieren.

Daher erspart nur eine gute und strukturierte Dokumentation bei einer erneuten Beurteilung von Arbeitsbereichen und Tätigkeiten bzw. bei einer notwendigen Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung eine Menge Arbeit, da nicht alles erneut erarbeitet werden muss und auf den vorhandenen, bereits dokumentierten Ergebnissen der Dokumentation aufgebaut werden kann.

Die bestehende Dokumentationspflicht und der erforderliche Zeitaufwand und Kostenfaktor für die Durchführung sowie die geforderte regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung der Dokumentation machen in jedem Fall die Notwendigkeit einer strukturierten Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung mehr als deutlich.  

Vorlagen und Arbeitshilfen zum Thema

document Dokumentation der Gefährdbeurteilung (3.52 MB)

Weitere Informationen zum Thema

Die Neuregelungen der BetrSichV zur Gefährdungsbeurteilung