gan | Betriebssicherheitspraxis.de - 11.04.2019

Bei vielen Tätigkeiten sind Hebe- und Tragevorgänge an der Tagesordnung. Bereits bei korrekter Durchführung kommt es unvermeidbar zu Abnutzungserscheinung im Stütz- und Bewegungsapparat. Werden jedoch zudem falsche Bewegungsabläufe durchgeführt oder werden grundsätzliche Regeln außen vor gelassen, können schwere Schädigungen entstehen.

Rechtsgrundlage Lastenhandhabungsverordnung

Manuelle Lastenhandhabungen werden durch die Lastenhandhabungsverordnung geregelt. Wenn bei bestimmten Tätigkeiten im Betrieb die manuelle Lastenhandhabung nicht vermieden werden kann und Gefährdungen für die Gesundheit der Beschäftigten bestehen, müssen die Arbeitsplätze vom Arbeitgeber genau untersucht werden. Bei der Auswahl geeigneter Arbeitsmittel sollte deshalb eine sorgfältige Analyse und Bewertung des jeweiligen Arbeitsplatzes stattfinden.

Doch nicht nur Arbeitgeber, auch Arbeitnehmer werden in die Pflicht genommen: Diese müssen zusätzlich selbst darauf achten, gefährliche Belastungen des Stütz- und Bewegungsapparats zu vermeiden. Diese müssen ihre Grenzen kennen und darauf achten, Tätigkeiten mit Lastenhandhabung nicht zu unterschätzen. Bei regelmäßigen Unterweisungen und Begehungen sollten Sie deshalb darauf achten, das richtige Heben und Tragen von Lasten zu thematisieren und evtl. falsche Bewegungsabläufe anzusprechen.

Gemeinsam und mit der richtigen Technik

Viele Tätigkeiten werden bereits wesentlich erleichtert, wenn mehrere Kollegen diese gemeinsam ausführen. Gegenseitige Hilfe ist somit ein wichtiger Punkt zur Vermeidung von Gefährdungen – Beschäftigte sollten nie zu stolz sein, nach Hilfe zu fragen.

Der zweite zentrale Punkt ist die richtige Technik, die bei der Vermeidung von Überlastungen und Schädigungen eine bedeutende Rolle spielt.

Arbeitsplatzgestaltung unterstützt den richtigen Lastentransport

Durch präventive Gestaltung des Arbeitsplatzes können eine gute Körperhaltung sowie eine Erleichterung des Hebens und Tragens forciert werden. Achten Sie darauf, dass Beschäftigten ausreichend Bewegungsraum zur Verfügung steht, dass keine Körperdrehungen mit Lasten stattfinden müssen und dass neben ausreichender Sicht auch eine passende Lastaufnahme- bzw. Lastablagemöglichkeit besteht.

Fazit - 3 zentrale Regeln beim Lastentransport

  1. Die richtige Technik verringert die Belastung auf die Bandscheibe um bis zu 20 %. Hebevorgänge sollten deshalb nur mit geradem Rücken durchgeführt werden.
  2. Bei länger andauernden Tätigkeiten mit Hebevorgängen sollte auf eine vernünftige Zeiteinteilung geachtet werden, um eine Ermüdung der Muskeln so gering wie möglich zu halten.
  3. Wenn die Möglichkeit besteht, große Lasten auf mehrere Hebe- bzw. Tragevorgänge aufzuteilen, sollte diese unbedingt genutzt werden.

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Arbeitshilfen zum Thema:

Präsentation: document Heben und Tragen (329 KB)

Checkliste: document Prüfung Physische ergonomische Gefährdungen (108 KB)

Vorlage: document Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsplätze: Körperliche Belastungen (488 KB)