gan | Betriebssicherheitspraxis.de - 28.03.2019

An vielen Arbeitsplätzen bestehen Gefährdungen für die Augen der Beschäftigten  - seien es scharfkantige Späne, die durch die Luft geschleudert werden. Stäube oder Spritzer von ätzenden Flüssigkeiten. Persönlicher Augenschutz, der konsequent und richtig getragen wird, hilft, Risiken für die Augen zu verringern.

Gefährdungen werden oft nicht ernst genommen

Viele Tätigkeiten sind für die Augen der Mitarbeiter gar nicht ungefährlich. Mögliche Gefährdungen sind

  •  wegfliegende Teile (z. B. Bruchstücke oder Späne),
  •  spritzende Flüssigkeiten (z. B. Chemikalien),
  •  Blendung bzw. Spiegelung, die die Sicht beeinträchtigen oder
  •  optische Strahlung (z. B. Laser, Lichtbogen).

Trotz des Wissens um die möglichen Unfallgefahren werden die Gefährdungen häufig unterschätzt und es ereignen sich Unfälle mit schwerwiegenden Folgen, die vermieden werden könnten – falls die richtigen Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Wenn technische und organisatorische Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Restrisiken nur mit Persönlichem Augenschutz entgegengewirkt werden.

Nicht immer fehlt es grundsätzlich an PSA

Oft ist jedoch Persönlicher Augenschutz vorhanden und wird von den Mitarbeitern nicht genutzt. Wenn der Augenschutz nicht richtig sitzt, unbequem ist oder schlichtweg ungeeignet, wird es schwierig, dessen Akzeptanz durchzusetzen.

Auch kann es bei Notwendigkeit von mehreren Schutzausrüstungen, z. B. Augenschutz und Gehörschutz, zu Kombinationen kommen, die für die Beschäftigten so unbequem oder unhandlich sind, dass  PSA deshalb nicht getragen wird.

Grundlegende Maßnahmen zum Augenschutz

Ermitteln Sie alle möglichen Gefährdungen für die Augen sorgfältig und prüfen Sie ob gemäß STOP-Prinzip nicht andere Schutzmaßnahmen möglich sind. Nur, wenn diese Option nicht besteht, kann PSA eingesetzt werden.

Häufig sind schon Abtrennungen oder eine zeitliche bzw. räumliche Verlegung von Arbeitsplätzen hilfreich und verringern das Risiko für die Beschäftigten. Im Rahmen einer Begehung der betroffenen Arbeitsplätze können Sie am besten feststellen, welche Schutzmaßnahmen praktikabel sind. Achten Sie auch darauf, ob vorhandene Schutzeinrichtungen überhaupt genutzt werden.

Ermitteln des passenden Persönlichen Augenschutzes

Nachdem das verbleibende Restrisiko mithilfe der Gefährdungsbeurteilung einer Analyse geschehener Unfälle ermittelt wurde, muss aus der Palette an Möglichkeiten des Augenschutzes (Visiere, Schutzschilde, Überbrillen, Gestellbrillen, Korbbrillen usw.) die geeignete Option ausgewählt werden. Lassen Sie die Beschäftigten am besten in der Praxis testen, wie Sie mit dem jeweiligen Augenschutz zurechtkommen. Augenschutz sollte den Mitarbeitern zudem grundsätzlich kostenfrei bereitgestellt werden.

Richtiges Verhalten im Arbeitsalltag

Eine Kennzeichnung aller Bereiche, in denen Augenschutz getragen werden muss, hilft, an die PSA-Tragepflicht zu erinnern. Erstellen Sie zudem eine Betriebsanweisung für die richtige Benutzung und Pflege. Im Rahmen einer Unterweisung können Sie diese Informationen an die Mitarbeiter weitergeben und auch klären, wie bei Schäden vorzugehen ist und wann ein Augenschutz zu ersetzen ist.
Und schließlich sollten auch Sie als Vorgesetzter mit gutem Beispiel vorangehen und stets die vorgeschrieben PSA tragen – nur so wird sich die Akzeptanz des Augenschutzes erhöhen.

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PSA – drei Buchstaben für mehr Arbeitssicherheit

Arbeitshilfen zum Thema:

Checkliste: document PSA Augenschutz (33 KB)

Checkliste: document Ermittlung der Tragepflicht für PSA (316 KB)

Vorlage: document Mustervorlage Dokumentation PSA (116 KB)