gan | Betriebssicherheitspraxis.de - 10.03.2019

Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen ist in aller Munde – doch laut DEKRA Arbeitssicherheitsreport führen diese nur 4 von 10 Unternehmen durch. Auch die Arbeitsmittel müssen darin berücksichtigt werden. Damit Ihnen die Durchführung leichter fällt, erklären wir, worauf Sie achten müssen.

TRBS 1111 "Gefährdungsbeurteilung"

Die Technische Regel für Betriebssicherheit 1111 soll den Arbeitgeber beim Vornehmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 Betriebssicherheitsverordnung unterstützen. In der zuletzt aktualisierten Fassung ist nun zusätzlich ein Anhang enthalten, der Empfehlungen zur Berücksichtigung der psychischen Belastung in der Gefährdungsbeurteilung gibt.

Richtige Vorgehensweise

Auch die psychische Belastung bezüglich der Verwendung von Arbeitsmitteln muss in der Gefährdungsbeurteilung Raum finden. Die TRBS 1111 weist ausdrücklich darauf hin, dass zur Erfüllung der Pflichten bereits vorhandene Dokumente im Betrieb ausreichend sein können, wenn sie psychische Belastungsfaktoren abdecken.

Damit Sie die Kontrolle der verschiedenen Bereiche möglichst unkompliziert und schnell durchführen können, gibt die Technische Regel dem Anwender eine tabellarische Aufstellung an die Hand: Diese enthält eine Hilfestellung, mit welchen im Betrieb bereits vorhandenen Schutzmaßnahmen bzw. Dokumenten Sie die Vorgaben an eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen im Bereich Arbeitsmittel erfüllen können.

Merkmalsbereiche psychische Belastungsfaktoren

Gestützt hat sich der Ausschuss für Betriebssicherheit bei der Erstellung auf die Broschüre der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) „Empfehlungen zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung“. Achten Sie darauf, dass bei der konkreten Verwendung von Arbeitsmitteln ggf. nur ein Teil der beschriebenen Belastungsfaktoren relevant ist. Die Auflistung geht nach den vier großen Bereichen Arbeitsinhalt/Arbeitsaufgabe, Arbeitsorganisation, Soziale Beziehungen und Arbeitsumgebung vor.

Hilfreiche Bezugnahme auf betriebsinterne Dokumente

Bei der Umsetzung hilft Ihnen vor allem die Berücksichtigung evtl. bereits vorhandener Dokumente. Zu jedem Merkmalsbereich werden Möglichkeiten aufgeführt, wo die Untersuchung der genannten Gefährdungen bereits enthalten sein könnte. So erstellen Sie keine unnötigen Zusatzdokumentationen und vermeiden Dopplungen!

Weitere Beiträge zum Thema:

Psychische Belastungen: Prüfkriterien für die Gefährdungsbeurteilung

Arbeitshilfen zum Thema:

Checkliste: document CL Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen mit dem Schwerpunkt Arbeitsmittel (95 KB)

Checkliste: document Mitarbeiterbefragung Gefährdungen (279 KB)

Gefährdungs- und Belastungskatalog: document Prüfung Psychische Gefährdungen (166 KB)