gan | Betriebssicherheitspraxis.de - 26.02.2019

Für Lager gibt es eine Vielzahl an Vorschriften und Regeln, die eingehalten werden müssen, um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Oft unterschätzen Betriebe, wie viele Arbeitsmittel, für die die Vorgaben der BetrSichV gelten, im Lager verwendet werden.

Weitere Vorschriften für Lager

Zentral für die Arbeitssicherheit im Lager ist die bewährte DGUV Regel 108-007 „Lagereinrichtungen und -geräte“, die  Empfehlungen und Hilfestellungen für die praktische Arbeit im betrieblichen Alltag enthält.  Anwendung findet die Regel auf sämtliche Lagergeräte und -einrichtungen, es sei denn, das jeweilige Landesbaurecht schreibt gesonderte Regeln vor.

Arbeitsmittel im Lager

Die Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung betreffen im Lager z. B. ganz klassisch die Regalanlagen, Transportwagen bzw. -geräte, sämtliche Verpackungsgeräte, Scanner und auch alle Kleingeräte, wie Scheren, Lineale oder Messer. Bereits bei der Planung der Beschaffung sollten Sie eine erste Gefährdungsbeurteilung nach BetrSichV vornehmen, um sicherheitsspezifische Aspekte vorab zu klären und im Beschaffungsprozess berücksichtigen zu können.

Grundsätzlich müssen alle Arbeitsmittel im Lager den anerkannten Regeln der Technik entsprechen, u. a. der oben genannten DGUV Regel 108-007. Auf dieser Grundlage können der sichere Betrieb sowie regelmäßige Prüfungen erfolgen. Abweichungen sind nur erlaubt, wenn ein vergleichbares Sicherheitsniveau durch Einhalten anderer Regelwerke gewährleistet werden kann.

Besondere Anforderungen an Lagereinrichtungen

Zuallererst sollten Sie auf die Standsicherheit achten, die in jedem Betriebszustand gegeben sein muss. Nicht zu vernachlässigen sind hier Kräfte, die z. B. beim Beladen von Regalen entstehen, oder Wechselwirkungen mit Fördermitteln.

Achten Sie auf ein lotrechtes Aufstellen. Die maximale Abweichung der Regalstützen von der Lotrechten in Längs- und Tiefenrichtung darf 1/200 der Regalstützenhöhe nicht überschreiten – es sein denn die Montage- bzw. Bedienungsanleitung gibt geringere Maximalabweichungen vor.

Alle Bauteile an Regalen und Schränken müssen so konstruiert und gesichert sein, dass ein unbeabsichtigtes Lösen verhindert wird. Prüfen Sie ebenfalls, ob keine Bauteile heraus- oder herabfallen können. Zusätzlich müssen jedoch sämtliche Seiten einer Regalanlage, die nicht für Be- oder Entladevorgänge vorgesehen sind.

Kennzeichnung sorgt für Sicherheit

Bei ortsfesten Regalen, deren max. mögliche Fachlast 200 kg bzw. der max. mögliche Feldlast 1.000 kg überschreiten kann, ist eine Kennzeichnung erforderlich. Auch bei verfahrbaren Schränken und Regalen sowie Schränken mit kraftbetriebenen Inneneinrichtungen müssen Sie diese deutlich erkennbar und dauerhaft anbringen. In der Praxis wird hier häufig vom „Belastungsschild“ gesprochen. Nach DGUV Regel 108-007 müssen hieraus folgende Informationen zu entnehmen sein: Hersteller/Einführer, Typenbezeichnung, Baujahr/Kommissionsnummer, zulässige Fach-/Feldlasten sowie evtl. elektrische Kenndaten.

Weitere Schutzeinrichtungen

Gefahrenstellen müssen Sie u. a. bei kraftbetriebenen Regalen (außer auf der Be- und Entladeseite) durch Verkleidungen absichern, die lediglich mit Hilfe von Spezialwerkzeug gelöst werden können. Sorgen Sie zusätzlich für eine ausreichende und blendfreie Beleuchtung, um Verletzungen oder Stolpern zu vermeiden.

Aber auch der Brandschutz spielt mit hinein: Alle vorhandenen Brandschutzeinrichtungen im Lager müssen vor mechanischen Beschädigungen gesichert sein. Passen Sie dazu ggf. die Anordnung oder die Ausführung der vorhandenen Brandschutzinstallationen an.

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Arbeitshilfen zum Thema:

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