gan | Betriebssicherheitspraxis.de - 08.01.2019

Regalanlagen fallen unter die Arbeitsmittel, für die alle geltenden Vorgaben in der Betriebssicherheitsverordnung vorgeschrieben sind. Unter Beachtung der festgelegten Fristen müssen regelmäßige Regalprüfungen auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden.

Unfallgefahren vermeiden

In nahezu jedem Betrieb sind v. a. im Logistikbereich Regale vorhanden. Prüfpflichtige Arbeitsmittel sind z. B. Fachbodenregale, Einfahrregale, Durchlaufregale, Kragarmregale oder auch Schmalganglagerregale.

Wenn Regaleinrichtungen beschädigt sind, besteht Ein- oder Umsturzgefahr oder auch die Gefahr von Personen- bzw. Sachschäden. Die Durchführung der von der Betriebssicherheitsverordnung vorgeschriebenen Prüfungen von Regalanlagen trägt dazu bei, vorhandene Schäden frühzeitig zu erkennen und beseitigen zu können, bevor etwas passiert.

Gefährdungen entstehen vor allem mit zunehmender Regalhöhe, Vertikal- und Horizontalkräfte bei Ein- oder Auslagervorgängen, Koordination von Staplern und Fahrern. Auch Arbeitsstoffe, Umgebungs- bzw. Umwelteinflüsse oder Abnutzungen beim Regalbaumaterial müssen Sie beachten.

Wann muss geprüft werden?

Art, Umfang und Fristen der Prüfungen von Regalanlagen im Betrieb müssen Arbeitgeber eigenverantwortlich festlegen. Als Grundlage für die Festlegung der Prüffristen können u. a. herangezogen werden:

  • DGUV Regel 108-007 „Lagereinrichtungen und –geräte"
  • Technische Regeln für Betriebssicherheit, z. B. TRBS 1201 „Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“, TRBS 1203 „Befähigte Personen – Allgemeine Anforderungen“
  • DGUV Information 208-043 „Sicherheit von Regalen“
  • DIN EN 15635 „Ortsfeste Regalsysteme aus Stahl – Anwendung und Wartung von Lagereinrichtungen“

Grundsätzlich muss die Prüfung von Regalanlagen durch eine befähigte Person mindestens einmal jährlich durchgeführt werden. In kürzeren Abständen, am besten wöchentlich, sollten jedoch qualifizierte Mitarbeiter die Regalanlage inspizieren. Aber auch andere Regale, z. B. Holzregale, müssen Sie nach BetrSichV einer Prüfung unterziehen.

Wer darf prüfen?

Nach § 14 BetrSichV müssen die Prüfungen von befähigten Personen (vgl. dazu § 2 Abs. 6 BetrSichV) vorgenommen werden.
Diese müssen umfassende Kenntnisse über Regale vorweisen können und aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse über das betreffende Regal haben. Zudem muss die befähigte Person mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften sowie allgemein anerkannten Regeln der Technik soweit vertraut sein, dass sie den arbeitssicheren Zustand des betreffenden Arbeitsmittels beurteilen kann.

Dokumentation

Alle Kontrollen und Prüfungen sollten dokumentiert werden. Nach den jährlichen Prüfungen muss ein schriftlicher Bericht über Beobachtungen und Vorschläge zu evtl. erforderlichen Maßnahmen erstellt werden.  Auch für die wöchentlichen Sichtprüfungen ist ein Nachweis sinnvoll, um bei Schadensfällen die Erfüllung der Pflichten belegen zu können.

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Arbeitsmittelprüfungen: So legen Sie Prüfarten, -umfänge und -fristen richtig fest!

Arbeitshilfen zum Thema:

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