gan | Betriebssicherheitspraxis.de - 13.09.2018

Damit die Arbeitssicherheit in Ihrem Betrieb gewährleistet ist, müssen auch bei Arbeiten mit Fremdfirmen einige wichtige Bestimmungen beachtet werden. Wie Sie hier rechtssicher handeln, erfahren Sie im Beitrag.

Was fällt unter den Begriff "Fremdfirma"?

Der Begriff bezeichnet alle Firmen, die im Rahmen von Werkverträgen bzw. Arbeitnehmerüberlassungsverträgen auf dem Betriebsgelände von anderen Firmen tätig werden und dort Arbeiten ausführen.

Abstimmung bereits bei der Auftragsvergabe

Unbedingt erforderlich ist es, dass Sie sich bereits im Stadium der Auftragsvergabe über die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter der Fremdfirma bei den Arbeiten abstimmen. Absprachen sollten hierzu grundsätzlich schriftlich festgehalten werden.

Neben der Verpflichtung auf die Einhaltung gesetzlicher Arbeitsschutzbestimmungen sollten weitere Punkte in Bezug auf den Arbeits-, Umwelt- und Brandschutz geregelt werden, wie evtl. bestehende Verbote im Betrieb (z. B. Rauchen, Mobilfunk etc.), Verhalten bei Alarmen, Tragepflichten für Persönliche Schutzausrüstung (PSA) oder auch Entsorgungsbestimmungen.

Ideal ist es, wenn Sie gesonderte Bestimmungen für Arbeiten von Fremdfirmen schriftlich bereithalten. So können Sie nichts vergessen und es entstehen keine Missverständnisse, denn die externen Mitarbeiter haben alle gültigen Vorgaben jederzeit vorliegen.

Bevor die Arbeiten beginnen: Kontrolle aller Pflichten

Wenn der Auftrag vergeben wurde und die Arbeiten der Fremdfirma im Betrieb unmittelbar bevorstehen, sollten Sie nochmals prüfen, ob Sie alle zu besprechenden Punkte berücksichtigt haben.
Wurden für Betrieb sowie Fremdfirma Koordinatoren bestimmt und ggf. noch ein weiterer Verantwortlicher für Tätigkeiten mit besonderen Gefährdungen, sind die wichtigsten Voraussetzungen für sicheres Arbeiten bereits getroffen.

Prüfen Sie zusätzlich, ob die Mitarbeiter der Fremdfirma wirklich über alle Gefährdungen unterrichtet und ihnen alle Bestimmungen zugänglich gemacht wurden.

Vorgaben der BetrSichV beachten

Für den Fall, dass Sie den externen Mitarbeitern Arbeitsmittel für die Tätigkeiten zur Verfügung stellen, müssen die erforderlichen Maßnahmen nach § 4 Betriebssicherheitsverordnung getroffen werden: Jeder Arbeitgeber muss demnach darauf achten, dass den Arbeitnehmern nur Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt werden, die jegliche sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen. Für eine solche Nutzung von betrieblichen Einrichtungen durch Fremdfirmen sollten grundsätzlich die Rahmenbedingungen schriftlich festgehalten werden, damit Verantwortlichkeiten und Pflichten korrekt geklärt sind.

Während der Arbeiten und korrekter Abschluss

Auch wenn im Vorfeld alles geklärt wurde, sollten Sie während der Arbeiten prüfen, ob wirklich nach den Bestimmungen gehandelt wird: Werden An- und Abmelderegelungen beachtet? Ist die Kommunikation zwischen den jeweiligen Verantwortlichen ausreichend und wissen alle jederzeit, welche Arbeiten gerade ausgeführt werden, um mögliche gegenseitige Gefährdungen auszuschließen? Wird die vorgeschriebene PSA getragen? Seien Sie als Ansprechpartner verfügbar, so signalisieren Sie, dass die von Ihnen ausgegebenen Bestimmungen Priorität haben und die Einhaltung Ihnen wichtig ist.

Nach Abschluss der Arbeiten sollten schließlich unbedingt eine Abnahme stattfinden, bei der geprüft wird, ob alle vereinbarten Arbeiten erledigt und ob alle Leistungen korrekt und sauber durchgeführt wurden.

Arbeitshilfen zum Thema:

Checkliste: CL Fremdfirmen im Betrieb