gan | Betriebssicherheitspraxis.de - 24.07.2018

Fuß- und Knieschutz soll als Persönliche Schutzausrüstung Schutz gegen äußere schädigende Einflüsse bieten. Bei der Auswahl, beim Einsatz im Betrieb und bei Pflege sowie Wartung gibt es jedoch einiges zu beachten.

Was versteht man unter Fuß- bzw. Knieschutz?

Fußschutz soll nach DGUV Information 112-991 generell vor allen gefährdenden Einflüssen auf die Füße der Beschäftigten schützen und Ausrutschen bei der Arbeit verhindern. Unter den Begriff fallen z. B. Sicherheitsschuhe, Schutzschuhe, Berufsschuhe, Gamaschen oder auch Überschuhe.

Für Arbeiten in kniender Haltung wird Knieschutz genutzt. Dieser soll u. a. Schleimbeutel und Menisken schützen, aber auch oberflächliche Hautverletzungen verhindern.

Gefährdungen vorbeugen

Bevor Fuß- bzw. Knieschutz ausgewählt und benutzt werden kann, müssen Sie die Arbeits- und Einsatzbedingungen, unter denen diese eingesetzt werden sollen, beurteilen. Dazu gehören u. a. die Art sowie der Umfang der möglichen Gefährdungen, deren Dauer und die persönliche Voraussetzungen der betroffenen Arbeitnehmer.

Für eine korrekte Gefährdungsbeurteilung müssen schließlich

  • die Gefährdungen ermittelt

UND

  • das Risiko (z. B. durch Berechnung der Risikoprioritätszahl) bewertet werden.

Wenn das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung Gefährdungen ergibt, die nicht durch technische oder organisatorische Maßnahmen beseitigt werden können, muss gemäß TOP-Prinzip als personenbezogene Maßnahme Fuß- bzw. Knieschutz eingesetzt werden.

Richtige Auswahl und Beschaffung

Bei der Auswahl von Fuß- und Knieschutz müssen zahlreiche Mindestanforderungen an sichere Persönliche Schutzausrüstung berücksichtigt werden. Unbedingt sollten Sie bei der Beschaffung darauf achten, dass eine CE-Kennzeichnung angebracht ist, die in der Regel angibt, dass die PSA den aktuell gültigen harmonisierten Normen entspricht.

Sichere Benutzung von Fuß- und Knieschutz

Wenn die Persönliche Schutzausrüstung sorgfältig ausgewählt wurde und die Beschaffung abgeschlossen ist, startet der Einsatz im Betrieb. Aber auch hier müssen Sie einige Dinge berücksichtigen:

  • Unternehmer müssen darauf achten, dass die Tragepflicht für PSA von den Beschäftigten im Betrieb eingehalten wird und dass der Fuß- bzw. Knieschutz bestimmungsgemäß benutzt wird.
  • Aus der Herstellerinformation müssen die Hinweise zur möglichen Gebrauchsdauer beachtet werden.
  • Fuß- bzw. Knieschutz, der nicht mehr dem ordnungsgemäßen Zustand entspricht, muss der Benutzung entzogen werden.
  • Für Fußschutz (ggf. auch für Knieschutz) müssen geeignete Maßnahmen festgelegt werden, um die Hygiene aufrechtzuerhalten.
  • Vor der ersten Benutzung der Persönlichen Schutzausrüstung sowie anschließend nach Bedarf (mind. jedoch einmal im Jahr) muss eine Unterweisung der Benutzer der PSA erfolgen.
  • Vor der Verwendung von Fuß- und Knieschutz muss durch Inaugenscheinnahme der ordnungsgemäße Zustand festgestellt werden.
  • Mängel müssen unverzüglich gemeldet werden.
  • Aus der Herstellerinformation sind zudem die Angaben zur korrekten Reinigung, Pflege und Aufbewahrung zu entnehmen.

Weitere Beiträge zum Thema:

PSA – drei Buchstaben für mehr Arbeitssicherheit

Arbeitshilfen zum Thema:

Checkliste: document PSA Fußschutz (35 KB)

Checkliste: document PSA Knieschutz (33 KB)

Checkliste: document Ermittlung der Tragepflicht für PSA (316 KB)

Mustervorlage:  document Nachweis Erhalt der PSA (118 KB)