han | Betriebssicherheitspraxis.de - 11.06.2018

Viele Betriebe zeichnen nicht nur die meldepflichtigen Unfälle auf, sondern analysieren auch Beinaheunfälle. So können mögliche Risiken frühzeitig erkannt werden, bevor schwerwiegende Folgen eintreten. Wie Sie hier vorgehen können, um sinnvolle Lösungen zu erzielen, erfahren Sie im Beitrag.

Was ist ein Beinaheunfall?

Von einem Beinaheunfall spricht man, wenn es im Betrieb zu einem ungeplanten Ereignis kommt, das nicht zu einer Verletzung oder einem Schaden für einen Betroffenen geführt hat, aber die Möglichkeit zu schlimmeren Folgen bestanden hätte.

Um aus diesen Vorfällen zu lernen und weiteren präventiv vorzubeugen, sollten Ihre Mitarbeiter stets Meldung erstatten, wenn beinahe ein Unfall passiert wäre.  Wenn dies konsequent eingehalten wird, können anhand der genauen Dokumentation die Vorfälle analysiert und in Zukunft möglichst verhindert werden. Gemeinsam wird dann der Beinaheunfall besprochen und versucht, für den Betrieb und die Mitarbeiter eine sichere Lösung für die Zukunft zu finden.

Anzeige eines Beinaheunfalls

Wichtig ist es, möglichst genau den Hergang des Beinaheunfalls zu beschreiben: Neben den Eckdaten, wie Ort, Datum und Beteiligte, muss auf jeden Fall eine detaillierte Schilderung des Vorfalls in Fließtext oder in Stichpunkten erfolgen.

Hilfreich ist es zudem, wenn vorhanden, Zeugen zu benennen: Wenn der Hergang des Beinaheunfalls aus mehreren Perspektiven geschildert wird, kann dies zur Ermittlung des Geschehenen wesentlich beitragen.

Ursachen von Beinaheunfällen feststellen

Um die tatsächliche Ursache für einen Beinaheunfall zu ermitteln, kann zunächst eine Einschätzung desjenigen, der die Meldung macht, eingefordert werden. Diese kann als Ausgangspunkt der Analyse dienen. Die Ursachen können jedoch äußerst vielfältig sein, häufig genannt werden folgende Punkte:

  • Schutzvorschriften oder Warnhinweise nicht befolgt
  • unzureichende Arbeitsvorbereitung
  • mangelhafte Sicherheitsausstattung am Arbeitsplatz
  • Unterweisung nicht durchgeführt/zu lange her
  • falsche Ausführung von Tätigkeiten
  • Arbeitsplatzorganisation
  • Arbeitssicherheitsdisziplin
  • mangelnde Qualifikation von Mitarbeitern
  • Ablenkung bei der Arbeit usw.

Sinnvolle Lehren aus Beinaheunfällen ziehen

Wichtig ist in jedem Fall eine Begehung des Ortes, an dem sich der Beinaheunfall ereignet hat, um dort direkt Ursachen abklären und Maßnahmen diskutieren zu können, die Vorfälle künftig verhindern.

Auf Grundlage der Meldung des Beinaheunfalls sollten schließlich nach der Begehung zügig Lösungen für das festgestellte Problem beschlossen werden, die den Gefahren und Risiken vorbeugen, bevor sich ein schwerwiegender Unfall ereignen kann. Durch vorausschauendes Handeln können Sie so die Arbeitssicherheit in Ihrem Betrieb weiter verbessern und durch die Analyse von Beinaheunfällen die Zahl von Unfällen merklich verringern.

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Arbeitshilfen zum Thema:

Mustervorlage: document Meldung eines Beinaheunfalls (28 KB)

Mustervorlage: document Unfallanzeige (Formular + Erläuterungen) (218 KB)