han | Betriebssicherheitspraxis.de - 27.03.2018

Betriebsbegehungen gehören zu den Pflichten jedes Unternehmers und sind ein wichtiges Instrument, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz im Unternehmen zu verbessern. Auch der Geltungsbereich der Betriebssicherheitsverordnung gehört zu den möglichen fachlichen Inhalten einer Begehung.

Rechtsgrundlagen und Organisation

Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz sind regelmäßige Begehungen Teil Ihrer Pflichten als Arbeitgeber.

Zu den Teilnehmern zählen neben dem Arbeitgeber der Betriebsarzt, der Betriebsrat sowie Sicherheitsbeauftragte. Eventuell ist auch eine Teilnahme von Betriebs- bzw. Bereichsleitern oder Schwerbehindertenvertretungen sinnvoll.

Wie häufig Betriebsbegehungen durchgeführt werden und welche Dauer sie haben, hängt ganz von der Art und dem Umfang der jeweiligen betrieblichen Gefährdungen ab.

Inhalte von Betriebsbegehungen

Begehungen können thematisch organisiert werden und somit alle Schwerpunkte des Arbeitsschutzes abdecken. Wichtig ist es jedoch, Begehungen nicht zu überfrachten, sondern lieber für jedes Arbeitsschutzthema eine eigene Begehung anzusetzen.

Neben Betriebsbegehungen mit dem Fokus auf das Arbeitsstättenrecht, Gefährdungen durch Gefahrstoffe oder den Brandschutz ist auch das Thema Arbeitsmittel nicht zu vernachlässigen. Fragestellungen und Gefährdungen in Bezug auf Arbeitsmittel ergeben sich auf Grundlage der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sowie der Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS).

Worauf Sie dabei achten sollten

Einige Punkte sollten Sie bei Begehungen mit dem Schwerpunkt Arbeitsmittel unbedingt berücksichtigen:

  • Sichtprüfung: In welchem Zustand sind die verwendeten Arbeitsmittel?
  • Prüfungen: Sind für alle Arbeitsmittel im Betrieb regelmäßige Prüfungen vorgesehen und werden diese auch durchgeführt?
  • Stand der Technik: Entsprechen alle Arbeitsmittel dem aktuellen Stand der Technik?
  • Schutzeinrichtungen: Sind alle Arbeitsmittel mit den notwendigen Sicherheitsausrüstungen ausgestattet und sämtliche Schutzeinrichtungen funktionstüchtig? Liegen evtl. Manipulationen vor?
  • Sicherheitskennzeichnungen: Sind alle Sicherheitskennzeichnungen vorhanden und erkennbar?
  • Arbeitsverhalten: Werden bei der Verwendung der Arbeitsmittel alle Verhaltensanweisungen eingehalten?
  • PSA: Werden bei der Verwendung von Arbeitsmitteln nötige Persönliche Schutzausrüstungen getragen?
  • Abstände: Werden an den Arbeitsplätzen alle nötigen Schutzabstände eingehalten?
  • Ergonomie: Werden bei der Verwendung der Arbeitsmittel ergonomische Prinzipien zugrunde gelegt?

Ablauf der Begehung

Wenn festgelegt wurde, welcher Arbeitsbereich Ziel der Begehung sein soll, muss zudem angedacht werden, wie Erkenntnisse gewonnen werden sollen. Unbedingt sollten die betroffenen Beschäftigten, die die Arbeitsmittel verwenden, befragt und beteiligt werden.

Auch sollte der Zeitpunkt der Begehung so gewählt werden, dass eine gründliche Beobachtung der Abläufe an den Arbeitsplätzen möglich ist; so können mögliche Gefährdungen frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Dokumentation

Jede Betriebsbegehung muss dokumentiert werden – nur so können Sie rechtssicher nachweisen, Ihre Pflichten erfüllt zu haben. Neben einer Auflistung der Mängel sollten vor allem Umsetzungsfristen gesetzt werden und auch eine Wirksamkeitskontrolle vorgesehen sein. Betriebssicherheitspraxis bietet Ihnen hierzu eine nützliche Mustervorlage für ein  document Begehungsprotokoll (37 KB) .

Vorlagen und Arbeitshilfen zum Thema:

Mustervorlage: document MV Begehungsprotokoll (37 KB)