han | Betriebssicherheitspraxis.de - 13.02.2018

Nach Anhang 1 BetrSichV werden besondere Vorschriften für die Verwendung von Arbeitsmitteln zum Heben von Lasten gemacht. Darunter fallen u. a. auch Krane. Was Sie wissen müssen, um Krane im Betrieb korrekt zu verwenden, erfahren Sie im Beitrag..

Grundlagen

Krane fallen unter die Kategorie Hebezeuge und sind dafür bestimmt, Lasten mit einem Tragmittel zu heben; außerdem können sie in mehrere Richtungen bewegt werden. Nach DGUV Vorschrift 52 gelten Krane als

  • ortsveränderlich, wenn sie an wechselnden Standorten eingesetzt werden können,
  • handbetrieben, wenn die Hubbewegung und alle weiteren Kranbewegungen durch Muskelkraft bewirkt werden,
  • teilkraftbetrieben, wenn nur die Hubbewegung oder eine oder mehrere andere Kranbewegungen kraftbetrieben sind,
  • kraftbetrieben, wenn außer der Hubbewegung noch mindestens eine weitere Kranbewegung kraftbetrieben ist, oder
  • programmgesteuert, wenn eine oder mehrere Kranbewegungen nach einem vorgegebenen Programm selbsttätig ablaufen.

Mögliche Gefährdungen

Bei der Verwendung von Kranen im Betrieb können zahlreiche Gefährdungen auftreten. Diese entstehen beispielsweise, wenn Mitarbeiter ohne entsprechende Ausbildung den Kran bedienen oder es grundsätzlich zu einer Fehlbedienung eines Krans kommt.

Auch die Auswahl von ungeeigneten oder sogar beschädigten Anschlagmitteln kann zu einer Gefährdung von Mitarbeitern führen. Lasten, die falsch angeschlagen werden, oder sich trotz festem Sitz losreißen beziehungsweise pendelnde Lasten, was ggf. zu einem Absturz der Last führen kann, sind Ursache von Gefahren bei der Verwendung von Kranen.

Während der Instandhaltung wie auch während der Transportvorgangs von Lasten besteht zudem die Gefahr des Anfahrens, Quetschens oder Abstürzens von Personen. Ebenso kann unzureichende Beleuchtung in dem Bereich, in dem mit dem Kran gearbeitet wird, gefährlich werden.

Folgen

Neben Ausfallzeiten, Schäden am Transportgut bzw. an betrieblichen Einrichtungen oder auch der Tatsache, dass Termine aufgrund von Vorfällen bei der Verwendung von Kränen nicht eingehalten werden können, kann es zu Körperschäden bis hin zum Tod von Mitarbeitern durch Unfälle bei der Arbeit mit Kränen kommen.

Ausbildung, Gefährdungsbeurteilung, Prüfung

Um die sichere Arbeit mit Kränen zu gewährleisten, sollten alle Mitarbeiter, die mit dem Kran im Betrieb arbeiten, entsprechend ausgebildet werden, damit nur ausgebildete Anschläger sowie Kranführer mit Transporten beauftragt werden können. Jede Unterweisung muss rechtssicher dokumentiert werden. Zudem sollten die Betriebsvorschriften für Krane im Arbeitsbereich sichtbar aufgehängt werden.

Generell sollten für alle Tätigkeiten mit dem Kran Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt werden und die Krane in regelmäßigen Abständen durch eine befähigte Person geprüft werden. Eventuelle Mängel werden in einem Prüfbuch vermerkt und sollten schnellstmöglich behoben werden.

Auch der gesamte Bestand an Anschlagmitteln, z. B. Ketten oder Seile, sollte vollständig erfasst sein und regelmäßig geprüft werden.

Sichtprüfung vor Arbeitsaufnahme

Bevor Tätigkeiten mit Kränen zum Heben von Lasten begonnen werden, muss eine Funktionsprüfung von Sicherheitseinrichtungen erfolgen; sichtbare Mängel am Arbeitsmittel sollten dem Vorgesetzten mitgeteilt werden.

Der Kran darf ausschließlich mit Gewichten belastet werden, die die Belastungsgrenze nicht überschreiten (die Tragfähigkeit ist aus den Belastungstabellen zu entehmen); das Lastaufnahmemittel sollte somit dem Transportgut entsprechend gewählt werden.

Sicheres Anschlagen

Beim Anschlagen sollte auf sichere Anschlagpunkte geachtet werden sowie nur Anschlagmittelverwendet werden, die über eine eindeutige Kennzeichnung verfügen. Zur Schonung des Anschlagmittels sollte ein Kantenschutz verwendet werden.

Gefährdungsfreie Beförderung

Vor dem Anheben muss auf die sichere Positionierung des Kranhakens geachtet werden. Lasten sollten grundsätzlich nicht über Personen hinweg befördert werden. Während des Transports muss die Last vom Kranführer durchweg beobachtet werden. Am Ende des Transportweges sollten Lasten immer so abgesetzt werden, dass sie problemlos wieder aufgenommen werden können.

Weitere Vorlagen und Arbeitshilfen zum Thema:

Die Besonderheiten bei der Gefährdungsbeurteilung mobiler Arbeitsmittel

document Kontrollbuch Krane (39 KB)