han | Betriebssicherheitspraxis.de - 14.12.2017

Tägliche Belastung durch Lärm am Arbeitsplatz kann gravierende Folgen für die Gesundheit der Mitarbeiter im Betrieb haben. Zum Schutz vor Lärm haben Sie eine Unterweisungspflicht, wenn in Ihrem Bereich Beschäftigte regelmäßig Lärmbelastungen ausgesetzt sind.

Rechtliche Grundlagen

Die Unterweisungspflicht für Unternehmer ist generell im Arbeitsschutzgesetz sowie in der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ festgelegt.

Spezifische Vorgaben für den sicheren Umgang mit Lärm im Betrieb werden u. a. in folgenden Regelwerken gemacht:

  • Arbeitsstättenverordnung
  • Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
  • Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung
  • TRLV Lärm

Ganz aktuell ist die vom Ausschuss für Arbeitsstätten erarbeitete und bereits beschlossene ASR A3.7 „Lärm“. Sie wird voraussichtlich im ersten Quartal des Jahres 2018 veröffentlicht.

Grundsätzlich resultiert aus diesen Vorgaben die Verpflichtung für den Unternehmer, dass Beschäftigte, die Lärmbelastungen ausgesetzt sind, eine Unterweisung erhalten müssen. Dabei haben Sie darauf zu achten, dass die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung als Grundlage verwendet werden.

Unterweisung - Betroffener Personenkreis

Ziel der Unterweisung bezüglich Lärm ist, dass Ihre Mitarbeiter Informationen über die Gesundheitsgefährdungen erhalten, die mit der Lärmexposition verbunden sind. Nach § 11 Abs. 1 LärmVibrationsArbSchV sind diejenigen Beschäftigten zu unterweisen, die Lärmbelastungen ausgesetzt sind, die die unteren Auslösewerte nach § 6 Satz 1 Nr. 2  der Verordnung erreichen oder sogar überschreiten.

Demnach müssen Sie also Mitarbeiter unterweisen, die einem Tages-Lärmexpositionspegel von 80 db(A) oder mehr bzw. einem Spitzenschalldruckpegel von 135 dB(C) oder mehr ausgesetzt sind.

Anlässe für die Unterweisung

Nach LärmVibrationsArbSchV ist generell eine Unterweisung erforderlich, wenn Sie Mitarbeiter neu an einem Lärmarbeitsplatz beschäftigen. Diese müssen Sie unbedingt vor der Aufnahme jeglicher Tätigkeit über die Gefährdung informieren und die nötigen Schutzmaßnahmen erläutern.

Eine regelmäßige Wiederholung der Unterweisung ist vorgeschrieben. Erneuert werden muss die Unterweisung zudem, wenn betriebliche Veränderungen vorliegen, die sich wesentlich auf die Lärmexposition auswirken (z. B. neue Arbeitsmittel, neue Gehörschutzmittel) oder wenn die Gefährdungsbeurteilung neue Ergebnisse hervorbringt.

Gut zu wissen: Mit einer viermaligen Unterweisung inkl. Übungen ist die Voraussetzung für die sog. Qualifizierte Benutzung von Gehörschutz erfüllt. Durch diese kann auf Praxisabschläge bei der Schalldämmung der Gehörschützer verzichtet werden (vgl. dazu die DGUV Regel 112-194).

Inhalte der Unterweisung

Zu den Inhalten einer solchen Unterweisung gehören u .a. folgende Aspekte:

  • Art der Gefährdung und Auswirkungen auf Sicherheit und Gesundheit
  • Lärmminderungsmaßnahmen (Maßnahmen zur Beseitigung bzw. Minderung der Gefährdung durch Lärm unter Berücksichtigung der Arbeitsplatzbedingungen)
  • Auslöse- und Expositionswerte
  • die Ergebnisse der Ermittlungen zur Lärmexposition
  • richtige Anwendung des Gehörschutzes
  • Ansprüche auf arbeitsmedizinische Vorsorge
  • korrektes Vorgehen zur Minimierung von Lärmexposition
  • Hilfestellungen zum Erkennen sowie Melden von  möglichen Gesundheitsschäden

Dokumentationspflicht

Selbstverständlich muss auch die Unterweisung bezüglich Lärm dokumentiert und mind. 2 Jahre aufbewahrt werden.

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Auf diese 5 Punkte sollten Sie bei einer Unterweisung achten!

Arbeitshilfen zum Thema:

Checkliste: document CL Lärm im Betrieb (267 KB)

Checkliste: document CL Unterweisung Lärm (188 KB)