han | Betriebssicherheitspraxis.de - 16.10.2017

Nach § 12 Betriebssicherheitsverordnung sind Sie verpflichtet, Ihren Mitarbeitern vor der erstmaligen Verwendung eines Arbeitsmittels Betriebsanweisungen zur Verfügung zu stellen. Dabei gibt es einige formale und sprachliche Anforderungen, die Sie unbedingt beachten sollten.

Vorteile von Betriebsanweisungen

Betriebsanweisungen sind gesetzlich vorgeschrieben und das aus gutem Grund. Zum einen fassen sie die wichtigsten Aspekte der Betriebssicherheit kompakt und systematisch zusammen. Außerdem sind sie Grundlage für die Durchführung von Unterweisungen. Sie geben zudem jedem Arbeitnehmer die Möglichkeit, die wichtigsten Schutzmaßnahmen sowie Verhaltensregeln nochmals nachzulesen. Schließlich garantieren sie auch Rechtssicherheit durch die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben.

Bei der Erstellung können Sie schon durch das Beachten einiger weniger Tipps Ihre Betriebsanweisungen optimieren:

1. Umfang und Format

In Betriebsanweisungen sollten Sie nur die nötigsten Informationen vermitteln und versuchen, diese möglichst prägnant „auf den Punkt“ zu bringen. Formulieren Sie knapp, aber lassen Sie auch keine wichtigen Hinweise aus. Ein Umfang von mehr als zwei DIN A4-Seiten sollte deshalb nicht überschritten werden.

Für ortsfeste Betriebsanweisungen in Form von Aushängen hat sich das Format DIN A4 bewährt; bei einigen Arbeitsplätzen kann jedoch die Wahl des Formates DIN A3 aus Erkennbarkeitsgründen sinnvoll sein. Mitführbar sind Betriebsanweisungen als laminierte Handzettel oder auch als Leporellos.

2. Aufbau und Eindeutigkeit

Bei der Erstellung von Betriebsanweisungen müssen Sie unbedingt auf einen eindeutigen und überschaubaren Aufbau achten. Ordnen Sie deshalb die Anweisungen in der Betriebsanweisung sinnvoll an, beispielsweise bietet sich eine stichpunktartige Auflistung einzelner Arbeitsschritte an. Alle Verhaltensweisen müssen logisch nachvollziehbar in die Praxis umzusetzen sein.

Bezeichnen Sie Arbeitsmittel oder auch Teile von Persönlichen Schutzausrüstungen präzise und vermeiden Sie unbedingt Möglichkeitsformen (z. B. es könnte, es sollte, …) oder Uneindeutigkeiten, um Missverständnissen vorzubeugen. Beschreiben Sie alle Verhaltensregeln so konkret wie möglich. Überfrachten Sie aber Ihre Betriebsanweisungen auch nicht mit zu vielen Informationen – überlegen Sie im Einzelfall genau, was für Sie sinnvoll ist.

3. Sprache

Betriebsanweisungen sollten sprachlich so verfasst sein, dass Sie ausnahmslos für alle Arbeitnehmer verständlich sind. Meiden Sie deshalb umständliche Fremdwörter oder komplizierte Fachbegriffe, aber auch zu allgemeine Umschreibungen – so beugen Sie Unklarheiten vor. Verwenden Sie kurze, knappe Sätze und wiederholen Sie besonders wichtige Informationen lieber mehrfach.

Berücksichtigen Sie generell das sprachliche Niveau Ihrer Mitarbeiter: Verstehen alle Beschäftigten ausreichend deutsch und verstehen so alle Inhalte der Betriebsanweisung? Falls nicht, ist es zwingend erforderlich, rechtssichere Übersetzungen von Betriebsanweisungen bereitzustellen, damit auch die Arbeitssicherheit von Nichtmuttersprachlern gewährleistet ist. Gegebenenfalls können bildliche Darstellungen unterstützend helfen, das Verständnis zu erhöhen.

Checkliste: Anforderungen an Betriebsanweisungen

Betriebssicherheitspraxis stellt Ihnen mit der Checkliste "Anforderungen an Betriebsanweisungen“ einen kompakten Helfer zur Seite, der es Ihnen ermöglicht, nach der Erstellung einer Betriebsanweisung zu prüfen, ob Sie wesentliche Fehlerquellen bei der Erstellung vermieden haben und Anforderungen an Form, Aufbau oder Sprache berücksichtigt haben.

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Wie verpflichtend ist die Erstellung von Betriebsanweisungen?

Die Anforderungen an die Erstellung von Betriebsanweisungen

Arbeitshilfen zum Thema:

document BA Blankovorlage (103 KB)

document CL Anforderungen an Betriebsanweisungen (238 KB)