han | Betriebssicherheitspraxis.de - 25.09.2017

Die Themen der nach § 12 BetrSichV verpflichtenden Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten sind je nach den betrieblichen Gegebenheiten beziehungsweise nach den dort vorherrschenden Gefährdungen festzulegen. Doch auch allgemeine berufsbezogene Themen sollten Sie ansprechen.

Unterweisungsgegenstände

Gegenstand von Unterweisungen können grundlegende oder betriebsspezifische Themen sein. Die zu behandelnden Thematiken ergeben sich aus den jeweiligen Gegebenheiten im Betrieb.
Für die Themenauswahl, die Schwerpunktsetzung und den Unterweisungsumfang entscheidend sind mehrere Aspekte; beispielsweise müssen Sie die Gefährlichkeit der Tätigkeit, Ergebnisse von Kontrolltätigkeiten, die Struktur der Belegschaft oder auch die Größe des Unternehmens berücksichtigen.

Unterschieden wird grob zwischen eher allgemeinen Unterweisungen zu grundlegenden Themen und auf den Arbeitsplatz bezogenen Unterweisungen.

Grundunterweisung

Hierzu gehören zunächst allgemeine Informationen über den Betrieb: Wie ist er aufgebaut, über welche Rechte und Pflichten verfügen die Mitarbeiter, welche Sauberkeits- und Ordnungsregeln gelten im Betrieb usw.

Darüber hinaus sollten Sie auch generelle Regelungen bezüglich arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren, zu ergonomischen Aspekten oder auch zu besonderen Themen wie Suchtmitteln (z. B. Alkohol) am Arbeitsplatz ansprechen.

Spezifische Grundlagen für den Arbeitsschutz im Betrieb sollten schließlich die Grundunterweisung jedes Mitarbeiters abrunden: Welche Ansprechpartner gibt es, welche Gebots- / Verbotskennzeichnungen sind zu beachten und vor allem, welche Verhaltensregeln gelten für den Notfall. Zu letzteren gehören Themen der Ersten Hilfe, der Umgang mit Unfällen und Notfällen, richtige Verhaltensweisen im Brandfall und auch die Aufklärung über Flucht- und Rettungswege.

Arbeitsplatzbezogene Unterweisung

Diese Unterweisungen sollen alle Aspekte der Tätigkeit des jeweiligen Mitarbeiters umfassen. Dazu gehören der korrekte Umgang mit PSA, die richtige und sichere Durchführung aller Arbeitsabläufe und Prozesse, der Umgang mit Gefahrstoffen, Lärmbelastungen und Gefahren wie Strahlung oder auch das richtige Heben und Tragen von Lasten. Zudem werden durch Unterweisungen Betriebsanweisungen erläutert und bekanntgemacht.

Schließlich müssen Sie die Mitarbeiter über den richtigen und sicheren Umgang mit den für die Tätigkeit notwendigen Arbeitsmitteln unterrichten, damit beim Umgang mit Maschinen, mit elektrischen Betriebsmitteln oder bei Arbeiten auf hoch gelegenen Arbeitsplätzen der Arbeitsschutz gewährleistet ist.

Aber Achtung - nicht zu viele Themen auf einmal behandeln

Jedes der oben beispielhaft aufgeführten grundlegenden oder besonderen Themen kann alleiniger Gegenstand einer Unterweisung sein oder mit mehreren zusammengefasst behandelt werden. Dabei müssen Sie jedoch darauf achten, dass es nicht zu einer inhaltlichen Überfrachtung der Unterweisung kommt.

Weitere Beiträge zum Thema:

Unterweisungspflichten sicher erfüllen

Auf diese 5 Punkte sollten Sie bei einer Unterweisung achten!

§ 12 Unterweisung und besondere Beauftragung von Beschäftigten

Arbeitshilfen zum Thema:

Checkliste: document CL Unterweisungsthemen im Überblick (402 KB)

Checkliste: document Ermittlung des individuellen Unterweisungsbedarfs (139 KB)

Mustervorlage: document Dokumentation der Erstunterweisung (117 KB)

Mustervorlage: document Dokumentation der jährlichen Unterweisung (156 KB)