han | Betriebssicherheitspraxis.de - 12.09.2017

Bei  der Instandhaltung von Anlagen, wie Aufzugsanlagen, Fahrtreppen oder auch Fahrsteigen können zahlreiche Gefährdungen auftreten, die einerseits aus der Anlage selbst entstehen, andererseits von der Arbeitsumgebung bedingt sind. Die DGUV Information 209-085 zeigt Ihnen mit der Gefährdungsampel eine alltagstaugliche Ergänzung der Gefährdungsbeurteilung auf.

Instandhaltung an Anlagen

Trotz der hohen Sicherheitsstandards von Anlagen in Deutschland ergibt sich im täglichen Betrieb eine Vielzahl von Gefahren. Diese treten beispielsweise bei Arbeiten auf dem Kabinendach, im Schacht und in der Schachtgrube auf, sind an Zugängen zu den Anlagen oder in Maschinenräumen und Antriebsstationen zu finden oder können auch durch Nachrüstungen der jeweiligen Anlage bedingt sein.
Eine völlig anlagenspezifische Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, ist Instandhaltungsverantwortlichen häufig aufgrund verschiedener Faktoren nicht möglich; eine zu große Zahl an zu betreuenden Anlagen oder zu unterschiedliche Arbeitsumgebungen sind z. B. hinderliche Faktoren.

Sinnvolle Ergänzung der verpflichtenden Gefährdungsbeurteilung

Diese Gründe machen deutlich, dass für ein sicherheitsgerechtes Verhalten im Betrieb eine zusätzliche Information über mögliche Gefährdungen an bestimmten Anlagen durchaus notwendig ist. Neben der auf die jeweilige Tätigkeit bezogenen Gefährdungsbeurteilung kann Ihnen deshalb die von der DGUV vorgeschlagene Gefährdungsampel helfen, die Sicherheit bei Instandhaltungsarbeiten zu gewährleisten. Zudem soll sie Sie bei der Erfüllung Ihrer Pflichten unterstützen, die sich u. a. aus der BetrSichV ergeben.

Ablauf des Verfahrens

Hierzu gibt es einen Risiko-Maßnahmen-Katalog, der anlagen- und umgebungsspezifische Gefahren systematisch zusammenfasst und Ihnen zugleich beispielhaft kurzfristig umsetzbare oder eher auf langfristige Umsetzung angelegte Maßnahmen vorstellt. Das TOP-Prinzip ist bei der Entscheidung für eine Maßnahme grundsätzlich zu beachten. Zu jedem Bereich der Anlage finden Sie die möglichen Gefährdungen aufgelistet; diese werden schließlich jeweils durch die Ampelfarben bewertet:

 Ampfelfarbe  Risikoeinstufung  Folgen
 Rot  Hohes Risiko

Beschäftigte dürfen hier nur noch tätig werden, wenn das Risiko durch Sofortmaßnahmen auf eine vertretbare Gefahr verringert wurde.

Wenn dies nicht möglich ist, darf keine Tätigkeit stattfinden.

 Gelb  Mittleres Risiko Kurzfristige Gegenmaßnahmen können durch die Beschäftigten umgesetzt werden, um ein Weiterarbeiten zu ermöglichen.
 Grün  Geringes Risiko Bei Beachtung aller Sicherheitsvorgaben und gesetzlichen Regelunge ist eine Tätigkeit möglich.

 

Im Anschluss an die Feststellung der Risiken und die Ableitung von geeigneten Maßnahmen sollten Sie den Vorgang dokumentieren. Als letzter Schritt erfolgt eine Kennzeichnung der jeweiligen Anlage: Ein Klebeschild, auf dem farbige Ampelsymbole sowie ggf. ergänzende Hinweise die Gefährdungen aufzeigen, wird angebracht. 

Vorsicht: Gefährdungsampel ist kein Ersatz der Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsampel ersetzt jedoch nicht die u. a. in der BetrSichV vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung. Deren  Kombination mit der Gefährdungsampel ist  jedoch laut entsprechender DGUV Information ausreichend zur Erfassung der Risiken der jeweiligen Anlage. Wichtig ist, dass die Anwendung der in der DGUV Information beschriebenen Gefährdungsampel ausschließlich durch fachkundige Mitarbeiter nach einer gründlichen Unterweisung erfolgen darf.


Weiterführende Hinweise finden Sie in der DGUV Information 209-085.

 

Weitere Beiträge zum Thema:

In sieben Schritten zur einwandfreien Gefährdungsbeurteilung

Die Neuregelungen der BetrSichV zur Gefährdungsbeurteilung

Arbeitshilfen zum Thema:

Mustervorlage: pdf MV Gefährdungsampel (146 KB)

Mustervorlage: document Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung (3.52 MB)