han | Betriebssicherheitspraxis.de - 28.08.2017

Es ist wieder soweit: Im September beginnen wieder viele junge Menschen ihre Berufsausbildung. Gerade bei diesen ist jedoch das Unfallrisiko besonders hoch. Was Sie deshalb bei Neueinsteigern im Betrieb besonders beachten sollten, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Erhöhtes Unfallrisiko bei jungen Arbeitnehmern

In den letzten Jahren zeigten Untersuchungen wiederholt, dass der Anteil der Berufseinsteiger im Vergleich zu älteren Arbeitnehmern in der Unfallstatistik sehr hoch ist: Die Wahrscheinlichkeit einen Arbeitsunfall zu erleiden, ist bei den 18- bis 24 Jährigen um mindestens 50 % höher als bei den restlichen Altersgruppen.  
Als Arbeitgeber können Sie der mangelnden Erfahrung mit den betrieblichen Tätigkeiten und jugendlichem Leichtsinn, der schnell zu Fehleinschätzungen von Gefahrenpotentialen führt, jedoch entgegenwirken; Sie sind dazu sogar nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz verpflichtet.

Besonderheiten bei Auszubildenden

Wichtig ist es vor allem, dass Sie die jungen Mitarbeiter nicht überschätzen und ihnen keine Aufgaben zuteilen, die für eine gefährdungsfreie Ausführung eine längere Berufserfahrung nötig machen.
Essentiell sind ebenfalls Ihre Vorbildfunktion und die der Kollegen für die Neulinge. Aus den Handlungen und dem Arbeitsverhalten aller Betriebsangehörigen sollte stets deutlich werden, dass sicheres und gesundes Arbeiten Priorität hat. Achten Sie immer auch besonders auf mögliches Fehlverhalten der älteren Kollegen, das sich die neuen Mitarbeiter abschauen könnten.

Einbindung der Auszubildenden in den Arbeitsschutz

Hilfreich ist es auch, die Betriebsneulinge möglichst in den Arbeitsschutz einzubinden: Lassen Sie sich bei der Gefährdungsbeurteilung  über die Schulter sehen – so wird den Azubis gleich klar, auf was geachtet werden muss.
Seien Sie offen für Fragen und Anmerkungen; häufig fallen Unerfahrenen durch ihren unvoreingenommenen Blick Dinge auf, die langjährige Mitarbeiter vielleicht nicht mehr bemerken. Außerdem sollten Sie die Auszubildenden motivieren, eigene Gedanken und Vorschläge für den Arbeitsschutz einzubringen.

Unterweisung von Auszubildenden

Auch hier können Sie mit der Beachtung weniger Punkte viel zur Unfallprävention beitragen. Besonders wichtig – und rechtlich verpflichtend – ist die Erstunterweisung, bei der zunächst eine grundlegende allgemeine Unterrichtung über Gefahren im Betrieb und das richtige Verhalten bei Arbeitsunfällen stattfinden sollte. Im Anschluss sollte schließlich eine auf den spezifischen Arbeitsplatz bezogene Unterweisung durchgeführt werden, die sich direkt auf die Arbeit des Auszubildenden an seinem Tätigkeitsbereich bezieht. Beachten Sie, dass letztere bei Azubis immer aktuell auf den jeweiligen Ausbildungsabschnitt bezogen sein muss. Weitere Schulungen sind selbstverständlich je nach Anlass durchzuführen.
Eine lebendige Gestaltung der Unterweisung und eine Durchführung mit modernen Medien und Methoden sind außerdem von Vorteil, um das Interesse der jungen Zuhörer aufrechtzuerhalten.


Nutzen Sie also das zum Berufsstart häufig hohe Interesse an der Tätigkeit und den betrieblichen Abläufen und informieren Sie Ihre neuen Mitarbeiter über die Grundlagen von Arbeits- und Gesundheitsschutz – davon profitieren beide Seiten!

Weitere Beiträge zum Thema:

Auf diese 5 Punkte sollten Sie bei einer Unterweisung achten!

Unterweisungspflichten sicher erfüllen

Arbeitshilfen zum Thema:

PowerPoint-Präsentation: document Erstunterweisung (1.24 MB)

Mustervorlage: document Dokumentation der Erstunterweisung (117 KB)