han | Betriebssicherheitspraxis.de - 29.05.2017

Der Bereich der Ergonomie zielt auf menschengerechte Arbeit ab und soll am Arbeitsplatz ein sicheres und gesundes Arbeiten ermöglichen sowie auf diese Weise die Motivation der Beschäftigten dauerhaft aufrechterhalten. Lesen Sie hier, wie Sie gegen ergonomische Belastungen wirksam vorgehen!

Grundlage: TRBS 1151 Gefährdungen an der Schnittstelle Mensch – Arbeitsmittel

Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung sollten Sie zunächst unbedingt die Vorgaben der TRBS 1151 „Gefährdungen an der Schnittstelle Mensch-Arbeitsmittel (Ergonomische und menschliche Faktoren)“ beachten. Genannte Technische Regel beschäftigt sich unter anderem mit Gefährdungen durch Fehlbelastung, die durch unsachgemäße Nutzung von Arbeitsmitteln verursacht werden können.

Beispiele für Gefährdungen an der Schnittstelle Mensch – Arbeitsmittel

Beispiele hierfür sind z. B.

  • Unklare Handlungsanweisungen
  • Überforderung durch mangelnde Routine
  • Lärmbelastung am Arbeitsplatz
  • Nicht ausreichende Beleuchtung des Arbeitsplatzes
  • Konzentrationsmängel
  • Ermüdungserscheinungen
  • Ungeeignete Arbeitsmittel
  • Manipulation von Sicherheitseinrichtungen

Geeignete Maßnahmen treffen

Nach der Ermittlung der bestehenden ergonomischen Gefährdungen müssen Sie nun Gegenmaßnahmen treffen, um diese erfolgreich zu beseitigen sowie um diesen im besten Fall für die Zukunft von vorneherein vorzubeugen. Viele Belastungen im ergonomischen Bereich können Sie bereits mithilfe einer durchdachten Planung der Arbeitsabläufe abstellen.

Sehr einfach lässt sich beispielsweise das Problem der mangelnden Beleuchtung abstellen. Durch eine grundlegende Kontrolle der Lichtverhältnisse, Schattenflächen oder sogar möglicher Blendungsbereiche können Sie die Beleuchtung an die Arbeitsaufgabe anpassen.

Anspruchsvoller ist die Abstimmung von Arbeitsmitteln auf die körperlichen Voraussetzungen des jeweiligen Beschäftigten. Die Anpassung des Arbeitsplatzes auf die individuellen Körpermaße einer Person erfordert von Ihnen gründliche Inaugenscheinnahme und Kenntnis der körperlichen Voraussetzungen des Mitarbeiters beziehungsweise der Mitarbeiterin.

Auch Mängel in der Konzentration sowie Ermüdungserscheinungen, die schnell zu Arbeitsunfällen führen können, sollten Sie gründlich untersuchen, um die Ursache schnell zu ermitteln und die Sicherheit Ihrer Beschäftigten im Betrieb zu gewährleisten.

Unterweisung sowie Betriebsanweisung als sinnvolle Präventionsmaßnahmen

Durch regelmäßige Unterweisung Ihrer Mitarbeiter können Sie bereits im Vorfeld einen Teil ergonomischer Belastungen vermeiden und ergonomisch günstige Körperhaltungen lehren. Zusätzlich können Sie mit verständlichen und kompakten Betriebsanweisungen vorsorgen.

Weitere Beiträge zum Thema:

Körperliche Belastungen am Arbeitsplatz: Wann liegt eine Gefährdung vor?

Arbeitsmittelprüfung: Die BetrSichV fordert die Prüfung auf alters- und alternsgerechte Gebrauchstauglichkeit

Arbeitshilfen zum Thema:

document Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsplätze: Körperliche Belastungen (488 KB)

document Prüfung Physische ergonomische Gefährdungen (108 KB)