kab | Betriebssicherheitspraxis.de - 11.04.2017

Durch eine sorgfältige Planung Ihrer Instandhaltung tragen Sie dazu bei, den Unfallschwerpunkt „Instandhaltung“ zu entschärfen und gewährleisten zusätzlich einen ungestörten Arbeits- und Produktionsprozess. Mit den nachfolgenden 7 Maßnahmen für mehr Sicherheit legen Sie bereits bei der Planung den Grundstein für eine sichere Instandhaltung in Ihrem Betrieb.

Eine sorgfältige Planung ist unabdingbare Voraussetzung für eine ordnungsgemäße Instandhaltung. Sie beginnt mit der Auswahl der geeigneten Instandhaltungsmethode in Abhängigkeit von der instand zu haltenden Anlage bzw. dem instand zu haltenden Arbeitsmittel oder Bauteil.

Maßnahme 1:

Wählen Sie in Abhängigkeit des Arbeitsmittels oder der Anlage eine geeignete Instandhaltungsmethode/strategie. Folgende Methoden und Strategien können Sie dabei verfolgen:

Ausfallmethode

Als Betreiber eines Arbeitsmittels betreiben Sie keinerlei vorbeugende Instandhaltung, d. h.  Sie nutzen z. B. die Betriebsdauer eines Bauelements vollständig aus. Der Ausfallzeitpunkt ist Ihnen nicht bekannt. Sie nehmen den Ausfall des Arbeitsmittels in Kauf und beheben  Störungen erst beim Auftreten. Ein typisches Beispiel ist der Austausch von (i. d. R. unkritischen) Lampen in Leuchten nach ihrem Defekt.

Präventivmethode

Bei der Präventivmethode führen Sie vorbeugende Maßnahmen (wie Inspektionen und Wartungen) i. d. R. zu festgelegten Terminen, vor Auftritt eines Fehlers und unabhängig vom Abnutzungszustand durch. Ein typisches Beispiel ist der Ölwechsel in einem Flurförderzeug.

Inspektionsmethode

Grundlage der Inspektionsmethode ist die Aufnahme aller verschleißbezogenen Zustände. Dies kann z. B. durch Sensoren oder Inspektionen durch den Menschen im Rahmen von Inspektionen erfolgen. Durch Vergleich der Abnutzung (Soll-Ist-Vergleich) und bei Bedarf Einleitung geeigneter Maßnahmen kann z. B. der sichere Arbeitsmittelbetrieb gewährleistet werden. Bei Unterschreitung eines Grenzwerts wird die Instandsetzung/Wartung veranlasst. Ein typisches Beispiel ist das Nachjustieren der Maximalkräfte an einer Rolltorsicherung.

Maßnahme 2:

Legen Sie den exakten Umfang des Arbeitsauftrags fest und ermitteln Sie, ob und wie andere Arbeitsplätze beeinflusst werden.

Maßnahme 3:

Ermitteln Sie im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung, ob das Instandhaltungspersonal oder andere Beschäftigte gefährdet werden können, z. B. durch den Umgang mit Gefahrstoffen, das Arbeiten in beengten Räumen oder in der Nähe bewegter Teile.

Legen Sie geeignete Schutzmaßnahmen fest, um die festgestellten Gefährdungen auszuschalten oder zu verringern. Beziehen Sie in ihrem Gefährdungsbeurteilungsprozess auch Ihre Beschäftigten mit ein, sie kennen die Arbeitsplätze am besten. Das erhöht die Motivation der Beschäftigten und verbessert die Qualität der Maßnahmen.

Maßnahme 4:

Wählen Sie nur sichere Arbeitsverfahren aus und treffen Sie die geeigneten Festlegungen, z. B. durch ein spezielles Freigabeverfahren bei besonderen Risiken, wie Explosionsgefahr.
Legen Sie für die Dauer der Arbeiten die Weisungs- und Berichtskette fest. Dies ist von besonderer Bedeutung, wenn die Instandhaltung von Subunternehmern ausgeführt wird.

Maßnahme 5:

Planen Sie ausreichend Zeit ein und wählen Sie nur geeignete und geprüfte Hilfsmittel (z. B. Leitern) aus, die für die sichere Arbeitsausführung benötigt werden.

Maßnahme 6:

Wählen Sie das für die jeweilige Arbeitsaufgabe geeignete Personal aus und sorgen Sie für eine ausreichende Unterweisung.

Maßnahme 7:

Sichern Sie eine ausreichende Kommunikation zwischen Ihrem Instandhaltungs- und den beteilligten Mitarbeitern.

Beachten Sie bei der Organisation Ihrer Instandhaltung auch die Anforderungen des § 10 BetrSichV. Einfach und schnell gelingt Ihnen dies mit der praktischen Prüfliste von Betriebssicherheitspraxis:

document Massnahmen bei der Instandhaltung und Änderung von Arbeitsmitteln (368 KB)

Weitere Beiträge zum Thema:

Der neue §10 der BetrSichV zur Instandhaltung von Arbeitsmitteln

Weitere Vorlagen und Arbeitshilfen zum Thema:

document Instandhaltungsauftrag und Abnahmeerklärung (160 KB)