kab | Betriebssicherheitspraxis.de - 05.10.2016

Leitern und Tritte dürfen nur dann verwendet werden, wenn sich diese in einem sicheren Zustand befinden und regelmäßig wiederkehrend geprüft werden (Sicht- und Funktionsprüfungen). Bevor Leitern und Tritte zum Einsatz kommen, ist zudem im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die sichere Verwendung zu gewährleisten und zu dokumentieren.

Leitern und Tritte

Leitern und Tritte fallen unter die besonderen Vorschriften für die Verwendung von Arbeitsmitteln bei zeitweiligem Arbeiten auf hoch gelegenen Arbeitsplätzen und fallen damit unter die Vorgaben des Anhang 1 Nr. 3 BetrSichV.

Demnach ist die Benutzung von Leitern als hochgelegener Arbeitsplatz auf Umstände zu beschränken, unter denen die Benutzung anderer, sicherer Arbeitsmittel nicht gerechtfertigt oder möglich ist. Die Verwendung von Leitern als hoch gelegene Arbeitsplätze ist ausdrücklich nur in Fällen zulässig, in denen

  • wegen der geringen Gefährdung und wegen der geringen Dauer der Verwendung die Verwendung anderer, sichererer Arbeitsmittel nicht verhältnismäßig ist und
  • die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass die vorgesehenen Arbeiten sicher durchgeführt werden können.

Hieraus ergibt sich in Verbindung mit § 3 BetrSichV explizit auch die Notwendigkeit der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung für Leitern und Tritte.

Gefährdungsbeurteilung für Leitern und Tritte

Leitern und Tritte sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung mit dem Ziel zu beurteilen, Maßnahmen zur Verhinderung und Minimierung von Gefährdungen abzuleiten und eine sichere Benutzung zu gewährleisten. Dabei sind nicht nur die Leitern und Tritte als  Arbeitsmittel, sondern auch das Arbeitsverfahren und die Arbeitsumgebung zu bewerten, d. h.:

  • der zu überwindende Höhenunterschiede,
  • die Dauer der Benutzung,
  • die Häufigkeit der Benutzung,
  • die Fluchtmöglichkeiten im Falle einer Gefahr,
  • die Mitnahme von Werkzeug und Material.

Dabei sind vor allem zusätzliche Gefahren durch Absturz zu vermeiden, z. B. durch:

  • das Aufstellen von Leitern und Tritten neben Öffnungen, die nicht gesichert sind,
  • den innerbetrieblichen Verkehr,
  • das Aufstellen neben Gebäuden oder Abgründen zu tieferen Ebenen.

Führt die Ermittlung und Beurteilung der Gefahren zu dem Ergebnis, dass Arbeiten geringen Umfangs und geringer Gefährdung durchzuführen sind, können Leitern und Tritte verwendet werden. Neben der Dauer und dem Schwierigkeitsgrad der Arbeit sowie dem einzusetzenden körperlichen Aufwand ist auch stets der Umfang des mitzuführenden Materials und Werkzeugs zu berücksichtigen und zu bewerten. U. a. dürfen dabei

  • Standplätze auf Leitern nicht höher als 7 m über der Aufstellfläche liegen,
  • objektbezogene Arbeiten bei einem Standplatz von mehr als 2 m Höhe nicht mehr als zwei Stunden umfassen,
  • mitgeführte Werkzeuge und Material nicht mehr als 10 kg wiegen,
  • keine Gegenstände mit einer Windangriffsfläche über 1 m2 mitgeführt werden,
  • keine zusätzlichen Gefahren von mitgeführten Stoffen oder mitbenutzten Geräten ausgehen,
  • nur Arbeiten mit einem geringeren Kraftaufwand ausgeführt werden, als zum Kippen der Leiter erforderlich,
  • Leitern nur in der jeweils für die Leiter vorgesehenen Art und Weise benutzt werden.

Durchführung und Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung

Zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung bei Leitern und Tritten stellt Ihnen Betriebssicherheitspraxis eine praktische Vorlage zur Verfügung.

Vorlage zur Gefährdungsbeurteilung von Leitern und Tritten

Mit der Vorlage „Gefährdungsbeurteilung für Leitern und Tritte“ prüfen und dokumentieren Sie Leitern und Tritte in Bezug auf die Gefährdungen und erforderlichen Maßnahmen, die für eine sichere Bereitstellung und dem Schutz vor Gefährdungen bei deren Verwendung erforderlich sind. Dabei finden auch die wichtigsten Besonderheiten unterschiedlicher Leitertypen Berücksichtigung.

Können Leitern und Tritte als Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung sicher verwendet werden, so ist neben der Unterweisung der Beschäftigten in den sicheren Umgang mit Leitern und Tritten sicherzustellen, dass die bereitgestellten Leitern dem Stand der Technik entsprechen und auf ihren ordnungsgemäßen Zustand hin geprüft sind. Diese Prüfungen sind regelmäßig wiederkehrend durchzuführen.

Prüfung von Leitern und Tritten

Prüfungen von Leitern und Tritten können von hierzu befähigten Personen gem. § 3 Abs. 3 BetrSichV durchgeführt werden. Zur Beurteilung des ordnungsgemäßen Zustands sollten u. a. folgende Kriterien Berücksichtigung finden:

  • Verschleiß, Verformung und Zerstörung,
  • fehlende Bauteile und Sicherheitseinrichtungen,
  • ordnungsgemäße Funktion aller Elemente. 

Durchführung und Dokumentation der Prüfung

Eine systematische Prüfung von Leitern und Tritten lässt z. B. sich mithilfe einer einsatzfertigen Vorlage durchführen und dokumentieren.

Vorlage zur Prüfung von Leitern und Tritten

Zur  Prüfung und Dokumentation von Leitern und Tritten stellt Ihnen Betriebssicherheitspraxis eine anpassbare Prüfvorlage "Prüfdokumentation für Leitern und Tritte" zum Download zur Verfügung, mit der Sie alle wichtigen Kriterien erfassen können. Es empfiehlt sich, fortlaufende Kontrollblätter der Prüfungen zu einem Prüfbuch zusammenzufassen oder einem bestehenden Prüfbuch beizulegen.

Weitere Vorlagen und Arbeitshilfen zum Thema:

document Gefährdungsbeurteilung für Leitern und Tritte (2.89 MB)

document Prüfdokumentation für Leitern und Tritte (347 KB)