kab | Betriebssicherheitspraxis.de - 01.07.2016

Alleine in Deutschland gab es letztes Jahr 865.500 meldepflichtige Arbeitsunfälle. Grund genug, Ihr betriebliches Arbeits- und Gesundheitsschutzkonzept in Schuss zu halten. Ereignet sich allen Schutzmaßnahmen zum Trotz ein Unfall, sollten Sie und Ihre Kollegen richtig vorbereitet sein.

Mitarbeiter regelmäßig in das Verhalten bei Notfällen unterweisen

Die regelmäßig wiederkehrende Unterweisung Ihrer Mitarbeiter ist gesetzlich vorgeschrieben. Hierzu zählt insbesondere auch die Unterweisung in die Erste-Hilfe bei Unfällen. Die regelmäßige Unterweisung, was im Falle eines Unfalls zu tun ist, ist daher für jedes Unternehmen und jede Einrichtung unverzichtbar.

Muster-Unterweisung zu Verhalten bei Notfällen

Muster-Unterweisung: Verhalten bei Notfällen

Zum sofortigen Einsatz stellt Betriebssicherheitspraxis eine einsatzfertige Unterweisungspräsentation "Verhalten bei Notfällen" bereit, mit der Sie Ihre Mitarbeiter auf die Gefahren und zu ergreifenden Schutzmaßnahmen sowie Verhaltensregeln bei Notfällen hinweisen können. 

Unfallanzeige

Wann muss ein Arbeitsunfall gemeldet werden?

Ist ein Beschäftigter durch einen Wege- oder Arbeitsunfall voraussichtlich länger als drei Arbeitstage arbeitsunfähig, so muss der Unfall beim zuständigen Unfallversicherungsträger angezeigt werden. Dies gilt selbstverständlich auch, bei Arbeitsunfällen, in denen ein Mitarbeiter schwer verletzt oder unmittelbar ums Leben gekommen ist oder an den Folgen des Arbeitsunfalls verstarb.

Wer muss den Arbeitsunfall melden?

Meldepflichtig ist grundsätzlich der Unternehmer, bzw. Personen, die der Unternehmer zur Unfallmeldung beauftragt.

Wie viele Exemplare sind zu erstellen?  

In den Erläuterungen der Formblätter finden Sie neben Hinweisen zum Ausfüllen auch Vermerke, wer wie viele Kopien der Unfallmeldung bekommt. In der Regel sind zwei Ausfertigungen an die Berufsgenossenschaft bzw. die Unfallkasse zu senden, eine an die für den Arbeitsschutz zuständige Aufsichtsbehörde, eine an den Betriebsrat und eine Kopie verbleibt für Ihre eigenen Unterlagen.

Wer ist über die Unfallanzeige zu informieren?

Über die Erstattung einer Unfallanzeige ist neben der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt auch der jeweilige Versicherte, für den eine Unfallanzeige erstattet wird, zu informieren. Bei der Information des VErsicherten ist auf das Recht der Einsichtnahme und einer Kopie der Unfallanzeige hinzuweisen.

Welche Meldefristen sind zu beachten?

Bei der Unfallmeldung gilt es zu beachten, dass ein meldepflichtiger Unfall grundsätzlich innerhalb von drei Tagen nach Kenntnisnahme gemeldet werden muss. Eine sofortige Meldepflicht gilt bei tödlichen Unfällen und Unfällen mit schwerwiegenden Gesundheitsschäden. 

Wie ist die Unfallmeldung durchzuführen?

Für die richtige Unfallmeldung dienen Ihnen einsatzfertige Formblätter für die Unfallmeldung.

Vorlage für die Unfallanzeige

Vorlage: Unfallanzeige (Formular + Erläuterungen)

Nutzen Sie zur Unfallmeldung die einsatzfertige Vorlage zur Unfallanzeige sowie die Erläuterungen zur Unfallanzeige auf Betriebssicherheitspraxis.

 

Welche Unfälle sind versichert?

Arbeitsunfälle

Versichert sind Arbeitsunfälle, die sich bei der Arbeit oder auf Dienstwegen und -fahrten ereignen, sofern der Unfall mit der versicherten Tätigkeit in Zusammenhang steht.

Wegeunfälle

Versichert sind ebenfalls Wegeunfälle, die sich auf dem direkten Weg zur Arbeit oder zurück ereignen. Dabei sind auch Umwege versichert, wenn Kinder während der Arbeitszeit untergebracht werden müssen (Kindergarten, Schule, Hort), wenn man mit Kollegen eine Fahrgemeinschaft bildet, bei Umleitungen oder wenn der Arbeitsplatz über einen längeren Weg zügiger erreicht werden kann. Der versicherte Weg beginnt und endet an der Außentür des Hauses.

Neben den betrieblichen Arbeitsleistungen sind auch versichert: 

  • Teilnahme an Veranstaltungen von Berufsorganisationen
  • Sitzungen der Personalvertretung
  • Dienstreisen
  • Betriebliche Gemeinschaftsveranstaltungen wie Betriebsausflüge, Betriebsfeiern oder Betriebssport (wenn der Wettkampfcharakter nicht im Vordergrund steht)

Welche Unfälle sind nicht versichert?

Nicht versichert sind u. a. Wegeunfälle mit Umwegen zu privaten Zwecken, wie z. B. Umwege und Unterbrechungen zum Einkauf des privaten Bedarfs.
Auch der Genuss von Alkohol führt zum Verlust des Versicherungsschutzes, wenn dieser die wesentliche Ursache für den Unfall gewesen ist. Das gilt sowohl für den Unfall im Betrieb als auch für den Unfall im Straßenverkehr.

Verbandbuch

Wird bei einem Unfall im Betrieb Erste Hilfe geleistet, so muss darüber Buch geführt werden, auch wenn es sich um eine vermeintliche Bagatellverletzung handelt. Für solche Aufzeichnungen ist ein Verbandbuch sinnvoll, welches u. a. bei den Berufsgenossenschaften erhältlich ist.

Folgende Angaben gehören in das Verbandbuch:

  • Zeit, Ort (Unternehmensteil) und Hergang des Unfalls bzw. des Gesundheitsschadens 
  • Art und Umfang der Verletzung bzw. Erkrankung 
  • Zeitpunkt, Art und Weise der Erste-Hilfe-Maßnahme 
  • Name des Versicherten 
  • Namen möglicher Zeugen 
  • Name der Person(n), die Erste Hilfe leistete(n) 

Erste-Hilfe-Berichte sind vertraulich zu behandeln und müssen fünf Jahre lang aufbewahrt werden. Falls eine Verletzung zu unerwarteten Folgeschäden führt, dienen sie u. a. dem Nachweis, dass die Gesundheitsstörung wirklich auf einen Arbeitsunfall zurückzuführen und nicht etwa in der Freizeit passiert ist.

Durchgangsarzt

Verletzt sich ein Beschäftigter bei der Arbeit so schwer, dass er vom Arzt behandelt werden muss, so ist ein sogenannter Durchgangsarzt aufzusuchen.
Ein Durchgangsarzt ist Chirurg oder Orthopäde mit unfallmedizinischer Erfahrung und wird von den Berufsgenossenschaften bestellt. Ihre Berufsgenossenschaft nennt Adressen in Ihrer Nähe.

Neue Vorlagen und Arbeitshilfen zum Thema:

document Unfallanzeige (Formular + Erläuterungen) (218 KB)