kab | Betriebssicherheitspraxis.de - 11.01.2016

Der Gesetzgeber verpflichtet Sie dazu, Ihre Mitarbeiter mindestens einmal jährlich wiederkehrend in die Gefahren und Schutzmaßnahmen bei der Arbeit zu unterweisen.

Damit Sie rechtssicher agieren, müssen Sie die Vorgaben und Dokumentationspflichten zur Unterweisung kennen und einhalten.

Wann muss unterwiesen werden?

Unterweisungen müssen zu folgenden Anlässen durchgeführt werden:

Erstunterweisung

Bei Neu- oder Wiedereinstellungen, bevor ein Mitarbeiter eine neue Tätigkeit aufnimmt, aber auch bei Beschäftigten auf Zeit (Leiharbeitnehmer) oder Telearbeitnehmern muss ein Beschäftigter mit allen Gefährdungen, die bei der jeweiligen Arbeit, am jeweiligen Arbeitsplatz, im Umgang mit den jeweiligen Arbeitsmitteln und in der jeweiligen Arbeitsumgebung drohen, vertraut gemacht werden. Natürlich müssen Sie dem Kollegen dabei auch vermitteln, wie er sich richtig und sicher zu verhalten hat.

Sonderunterweisung

Ändern sich Arbeitsplatz, Tätigkeiten, Arbeitsmittel, Arbeitsstoffe oder die Arbeitsumgebung, muss der betroffene Mitarbeiter umfassend über potenzielle neue Gefahren und die adäquaten Schutzmaßnahmen unterwiesen werden.
Sonderunterweisungen sind zwingend erforderlich, wenn:

  • eine besonders hohe Unfallhäufigkeit an bestimmten Arbeitsplätzen oder bei bestimmten Mitarbeitern feststellbar ist,
  • eine besondere Art der Gefährdung vorliegt, welche sich aus der Art der Tätigkeit ergibt,
  • sich der Arbeitsablauf in der Weise ändert, dass neue Gefahren für die Mitarbeiter bestehen
  • neue Arbeitsstoffe verwendet werden
  • trotz erfolgter Unterweisung eine Unkenntnis der Mitarbeiter feststellbar ist.

Ob bei einem bestimmten Fall in Ihrem Betrieb eine Sonderunterweisung notwendig ist, können einfach und schnell anhand entsprechender Kriterien mit der Checkliste „Sonderunterweisung“ ermitteln. Die Checkliste hilft Ihnen zudem, sich optimal auf eine Sonderunterweisung vorzubereiten.

Belehrungen

Auch nach (Beinahe-)Unfällen sind Unterweisungsgespräche zwingend. Klären Sie dabei folgende Fragen: Wie hat der (Beinahe-)Unfall sich ereignet? Wie hätte er vermieden werden können? Welche Schutzmaßnahmen sind künftig zusätzlich nötig?

Wiederholungsunterweisung

Nach erfolgter Erstunterweisung sind Wiederholungsunterweisungen vorgeschrieben.

Wie oft muss unterwiesen werden?

Wiederholungsunterweisungen müssen

  • regelmäßig,
  • in angemessenen Zeitabständen,
  • mindestens jedoch einmal jährlich

durchgeführt werden.

Sie haben häufiger zu erfolgen, wenn die Unterweisung in speziellen Gesetzen, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Technischen Regeln, Richtlinien und Betriebsanweisungen ausdrücklich in kürzeren Zeiträumen vorgeschrieben ist. Ob häufiger als einmal jährlich und wie oft zu unterweisen ist, kann über das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung bestimmt und dokumentiert werden.

Lesen Sie hierzu auch:
Die Neuregelungen der BetrSichV zur Gefährdungsbeurteilung
Gefährdungsbeurteilung richtig dokumentieren

Wer darf unterweisen?

Für Unterweisungen sind der Arbeitgeber und die Führungskräfte in ihrem jeweiligen Kompetenzbereich verantwortlich, allerdings können sie diese Aufgabe auch delegieren.

Unterstützung bekommen sie zudem durch den Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit, aber auch durch den zuständigen Unfallversicherungsträger, die Krankenkassen und ggfls. den Betriebsrat.

Wie ist die Unterweisung zu dokumentieren?

Es  besteht eine Dokumentationspflicht über die Durchführung der Unterweisung. Dabei sind das Datum einer jeden Unterweisung und die Namen der Unterwiesenen schriftlich festzuhalten. Für eine maximale Rechtssicherheit empfiehlt es sich, darüber hinaus auch die Themen der Unterweisung zu erfassen.

Mit der Unterschrift der Unterwiesenen dokumentieren Sie, dass und zu welchen Themen jeweils eine Unterweisung stattgefunden hat. Es empfiehlt sich zudem, sich ausdrücklich bestätigen zu lassen, dass die Unterweisungsinhalte nicht nur erhalten, sondern auch verstanden wurden.

Dokumentation der Erstunterweisung

Betriebssicherheitspraxis stellt Ihnen für die Dokumentation Ihrer Erstunterweisungen eine einsatzfertige Vorlage "Dokumentation der Erstunterweisung" bereit.

Dokumentation der Erstunterweisung

Dokumentation der jährlichen Unterweisung

Betriebssicherheitspraxis stellt Ihnen für die Dokumentation Ihrer Erstunterweisungen eine einsatzfertige Vorlage "Dokumentation der jährlichen Unterweisung" bereit.

Dokumentation der jährlichen Unterweisung

Was bedeutet das für Sie?

Planen Sie die Termine rechtzeitig und ermitteln Sie im Vorfeld die erforderlichen Unterweisungsthemen sowie betreffenden Mitarbeiter mit der Vorlage „Ermittlung des individuellen Unterweisungsbedarfs“. Denken Sie dabei auch an die Erstunterweisung vor Arbeitsbeginn.

Führen Sie Protokoll, wen Sie zu welchem Thema unterwiesen, eingewiesen oder geschult haben. Lassen Sie sich jede Unterweisung von Ihren Mitarbeitern per Unterschrift bestätigen. Vermerken Sie zu jedem Unterweisungsthema auch alle Mitarbeiter, die krankheits-, urlaubs- oder abwesenheitsbedingt nicht unterwiesen werden konnten und nachunterwiesen werden müssen. Nutzen Sie hierzu die Vorlagen "Dokumentation der Erstunterweisung“ und „Dokumentation der jährlichen Unterweisung". Nur so erhalten Sie auch einen Nachweis darüber, dass Sie Ihren Unternehmerpflichten nachgekommen sind.

Vorlagen und Arbeitshilfen zum Thema

document Dokumentation der Erstunterweisung (117 KB)
document Dokumentation der jährlichen Unterweisung (156 KB)
document Sonderunterweisung (437 KB)
document Verwendung von Arbeitsmitteln (5 MB)